Wer ein Arbeitszeugnis erhält, steht oft vor einem Problem: Der Text klingt auf den ersten Blick positiv, doch einzelne Wörter können die Bewertung deutlich verändern. Genau deshalb sind Arbeitszeugnis Formulierungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen relevant. Wer Arbeitszeugnis Formulierungen richtig einordnet, kann Leistungsbewertung, Verhalten und Schlussformel wesentlich besser verstehen.
Ein Arbeitszeugnis ist außerdem nicht einfach eine persönliche Einschätzung des Arbeitgebers. Nach § 109 Gewerbeordnung besteht bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses grundsätzlich Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Dieses muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten. Auf Wunsch kann es als qualifiziertes Arbeitszeugnis zusätzlich Angaben zu Leistung und Verhalten enthalten. Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein und darf keine Formulierungen enthalten, die eine versteckte Aussage über den Arbeitnehmer bezwecken.
Dieser Ratgeber erklärt deshalb nicht nur bekannte Zeugnisformulierungen, sondern zeigt Schritt für Schritt, wie Leistungsbeurteilung, Verhaltensbeurteilung, Zeugnisnoten, Schlussformel und typische Formulierungen zusammengehören. Auch der häufig verwendete Begriff „Geheimcode“ wird sachlich eingeordnet.
Arbeitszeugnis Formulierungen: Bedeutung und Aufbau
Ein Arbeitszeugnis beschreibt die berufliche Tätigkeit eines Mitarbeiters und kann zusätzlich dessen Leistung und Verhalten bewerten. Dabei wird zwischen dem einfachen Arbeitszeugnis und dem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden.
Das einfache Zeugnis enthält vor allem:
- Name und persönliche Zuordnung des Mitarbeiters
- Art der Beschäftigung
- Dauer des Arbeitsverhältnisses
- wesentliche Tätigkeiten und Aufgaben
Das qualifizierte Arbeitszeugnis geht darüber hinaus. Es enthält zusätzlich Aussagen über:
- Arbeitsleistung
- Fachwissen
- Arbeitsweise
- Engagement
- Zuverlässigkeit
- Belastbarkeit
- Arbeitsergebnisse
- Sozialverhalten
- Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und gegebenenfalls Kunden
- Beendigung des Arbeitsverhältnisses
- gegebenenfalls eine Schlussformel
Was ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?
Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis bewertet neben der Tätigkeit auch Leistung und Verhalten. Genau diese Bewertungen sind für Bewerbungen besonders interessant, weil sie Personalverantwortlichen einen Eindruck von Arbeitsweise und Zusammenarbeit vermitteln.
Die rechtliche Grundlage findet sich in § 109 GewO. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sich das Zeugnis über die reine Tätigkeitsbeschreibung hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis erstreckt.
Warum klingt ein Arbeitszeugnis oft ungewöhnlich positiv?
Arbeitszeugnisse werden grundsätzlich so formuliert, dass sie sachlich und beruflich verwertbar bleiben. Gleichzeitig dürfen sie keine versteckten Aussagen enthalten, die dem Arbeitnehmer durch äußere Merkmale oder einen scheinbar harmlosen Wortlaut bewusst Nachteile zufügen sollen. Das erklärt, warum Zeugnisse häufig mit standardisierten Wendungen arbeiten.
In der Praxis haben sich bestimmte Formulierungen etabliert, die von Personalverantwortlichen häufig bestimmten Bewertungsstufen zugeordnet werden. Diese Zuordnung ist jedoch keine gesetzlich festgelegte Notentabelle. Die konkrete Bewertung muss immer im Zusammenhang mit dem gesamten Zeugnis betrachtet werden.
Arbeitszeugnis Formulierungen nach Noten im Überblick
Die sogenannte Zeugnissprache enthält zahlreiche wiederkehrende Formulierungen. Besonders bekannt ist die Zufriedenheitsformel. Sie kann Hinweise darauf geben, wie der Arbeitgeber die Gesamtleistung eingeordnet hat.
Eine häufig verwendete Orientierung sieht so aus:
| Übliche Formulierung | Häufige Einordnung |
|---|---|
| „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ | sehr gut |
| „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ | gut |
| „zu unserer vollen Zufriedenheit“ | befriedigend |
| „zu unserer Zufriedenheit“ | ausreichend |
| „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ | eher schwach |
| „war bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden“ | sehr schwache Bewertung |
Die IHK nennt ebenfalls typische Formulierungen und weist darauf hin, dass diese in der Praxis einer Notenskala zugeordnet werden können. Gleichzeitig ist die mittlere Bewertung rechtlich ein wichtiger Ausgangspunkt: Wer eine bessere Bewertung verlangt, muss grundsätzlich überdurchschnittliche Leistung darlegen und beweisen; bei einer schlechteren Bewertung liegt die Darlegungslast entsprechend beim Arbeitgeber.
Wichtig ist deshalb: Eine einzelne Formulierung sollte niemals automatisch als endgültige Schulnote betrachtet werden.
Note 1: Sehr gute Formulierungen im Arbeitszeugnis
Eine sehr gute Leistungsbewertung wird häufig durch besonders starke Verstärker ausgedrückt.
Typische Beispiele sind:
- „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
- „erfüllte seine Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
- „er überzeugte jederzeit durch hervorragende Leistungen“
- „seine Leistungen entsprachen stets unseren höchsten Erwartungen“
- „er arbeitete stets äußerst zuverlässig und selbstständig“
Bei der Note 1 spielen häufig Wörter wie stets, jederzeit, äußerst, hervorragend, besonders oder vollsten eine Rolle.
Dabei sollte man nicht nur nach einem einzelnen Superlativ suchen. Eine wirklich starke Gesamtbewertung sollte sich auch in anderen Bereichen widerspiegeln. Wenn beispielsweise die Leistungsbeurteilung hervorragend klingt, das Verhalten aber deutlich schwächer beschrieben wird, entsteht ein uneinheitliches Gesamtbild.
Note 2: Gute Formulierungen im Arbeitszeugnis
Eine gute Bewertung liegt typischerweise unterhalb der Bestnote, enthält aber weiterhin eine klare positive Leistungsbeschreibung.
Eine bekannte Formulierung ist:
„Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“
Weitere mögliche Formulierungen betreffen beispielsweise hohe Arbeitsmotivation, gute Fachkenntnisse, zuverlässige Arbeitsweise und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Der Unterschied zur sehr guten Bewertung kann manchmal nur in einzelnen Verstärkern liegen. Deshalb lohnt es sich, nicht ausschließlich auf das Wort „Zufriedenheit“ zu achten, sondern den gesamten Satz zu analysieren.
Note 3: Befriedigende Formulierungen im Arbeitszeugnis
Eine befriedigende Bewertung beschreibt eine solide und durchschnittliche Leistung.
Eine häufig genannte Formulierung lautet:
„Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.“
Hier fehlt beispielsweise der zeitliche Verstärker „stets“. Solche Unterschiede werden in der klassischen Zeugnissprache häufig zur Differenzierung verwendet.
Eine einzelne Formulierung reicht jedoch nicht aus, um ein gesamtes Zeugnis sicher zu bewerten. Auch Fachwissen, Arbeitserfolg, Engagement, Verhalten und Schlussabschnitt müssen berücksichtigt werden.
Note 4 und 5: Ausreichende und mangelhafte Formulierungen
Bei schwächeren Bewertungen werden Aussagen häufig zurückhaltender formuliert.
Beispiele können sein:
„Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.“
Oder:
„Er war bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.“
Insbesondere „bemüht“ wird in der klassischen Zeugnissprache häufig kritisch interpretiert, weil damit eher der Einsatz als der tatsächlich erreichte Erfolg beschrieben wird.
Trotzdem sollte man auch hier nicht automatisch von einer bestimmten Schulnote ausgehen. Der gesamte Text kann die Aussage verstärken, abschwächen oder in einen anderen Kontext stellen.
Leistungsbeurteilung im Arbeitszeugnis richtig verstehen
Die Leistungsbeurteilung beantwortet im Kern die Frage:
Wie gut hat die Person ihre beruflichen Aufgaben tatsächlich erfüllt?
Dafür können mehrere Kriterien berücksichtigt werden:
- Arbeitsmotivation
- Fachwissen
- Arbeitsqualität
- Arbeitsweise
- Belastbarkeit
- Zuverlässigkeit
- Eigeninitiative
- Selbstständigkeit
- Arbeitserfolg
- Verantwortungsbewusstsein
- Zielorientierung
Ein gutes Zeugnis besteht deshalb nicht nur aus einem einzigen Satz zur Zufriedenheit. Je nach Tätigkeit können unterschiedliche Leistungsmerkmale relevant sein.
Wie erkennt man eine vollständige Leistungsbewertung?
Eine aussagekräftige Leistungsbeurteilung verbindet konkrete Leistungsmerkmale miteinander. Beispielsweise kann ein Mitarbeiter als fachlich sehr kompetent beschrieben werden, gleichzeitig aber nur durchschnittliche Zuverlässigkeit zeigen. Deshalb muss das Zeugnis als Ganzes gelesen werden.
Besonders wichtig ist die Frage: Passt die zusammenfassende Leistungsbeurteilung zu den vorherigen Einzelbewertungen?
Wenn einzelne Aussagen sehr positiv sind, die abschließende Leistungsformel aber deutlich schwächer ausfällt, sollte dieser Widerspruch genauer geprüft werden.
Formulierungen zu Arbeitsbereitschaft und Engagement
Die Arbeitsbereitschaft beschreibt, mit welchem Einsatz jemand seine Aufgaben angeht. Dazu gehören Motivation, Einsatzfreude und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Positive Aussagen können beispielsweise lauten:
- „zeigte stets eine hohe Einsatzbereitschaft“
- „zeichnete sich durch großes Engagement aus“
- „arbeitete jederzeit sehr motiviert“
- „zeigte eine überdurchschnittliche Arbeitsbereitschaft“
- „setzte sich engagiert für die Erreichung der Unternehmensziele ein“
Für eine korrekte Interpretation ist wichtig, zwischen Bereitschaft und Ergebnis zu unterscheiden. Eine Person kann sehr engagiert sein, ohne in allen Bereichen hervorragende Ergebnisse zu erzielen.
Was bedeutet „engagiert“ im Arbeitszeugnis?
„Engagiert“ beschreibt zunächst eine positive Arbeitshaltung. Ob daraus eine sehr gute Bewertung entsteht, hängt davon ab, welche weiteren Aussagen zu Leistung und Erfolg folgen.
Formulierungen zu Fachwissen und Arbeitsqualität
Fachkenntnisse gehören zu den wichtigsten Bestandteilen einer Leistungsbeurteilung, besonders bei qualifizierten Fachkräften.
Mögliche positive Aussagen sind:
- „verfügt über sehr fundierte Fachkenntnisse“
- „besitzt umfassende und vielseitige Fachkenntnisse“
- „setzte seine hervorragenden Fachkenntnisse jederzeit sicher und erfolgreich ein“
- „arbeitete sich schnell und sicher in neue Aufgabenbereiche ein“
- „verfügte über ein sehr gutes Verständnis für komplexe Zusammenhänge“
Bei der Arbeitsqualität können unter anderem Genauigkeit, Sorgfalt, Fehlerquote und Ergebnisqualität beschrieben werden.
Was ist wichtiger: Fachwissen oder Arbeitsergebnis?
Das hängt von der Position ab. Fachwissen allein garantiert keinen erfolgreichen Arbeitseinsatz. Ein starkes Zeugnis sollte deshalb Fachkenntnisse möglichst mit ihrer praktischen Anwendung und den erzielten Ergebnissen verbinden.
Formulierungen zu Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Sorgfalt
Zuverlässigkeit zeigt, ob Aufgaben termingerecht und verlässlich erledigt wurden. Belastbarkeit beschreibt den Umgang mit hohem Arbeitsaufkommen, Zeitdruck oder schwierigen Situationen.
Typische positive Aussagen können sein:
- „arbeitete stets zuverlässig und gewissenhaft“
- „zeigte auch unter hoher Belastung eine sehr gute Leistungsfähigkeit“
- „bewältigte auch anspruchsvolle Aufgaben jederzeit sicher“
- „arbeitete äußerst sorgfältig und strukturiert“
- „war jederzeit ein zuverlässiger Ansprechpartner“
Bei diesen Merkmalen sollte man immer den beruflichen Kontext berücksichtigen. Für eine Tätigkeit mit hohem Zeitdruck kann Belastbarkeit besonders relevant sein, während bei einer analytischen Tätigkeit Genauigkeit stärker ins Gewicht fallen kann.
Formulierungen zu Eigeninitiative und Selbstständigkeit
Eigeninitiative beschreibt, ob jemand Aufgaben nicht nur auf Anweisung erledigt, sondern selbstständig Lösungen entwickelt und Verantwortung übernimmt.
Starke Formulierungen können beispielsweise sein:
- „zeigte stets eine ausgeprägte Eigeninitiative“
- „arbeitete jederzeit sehr selbstständig“
- „entwickelte eigenständig praktikable Lösungen“
- „übernahm auch bei komplexen Aufgaben Verantwortung“
- „brachte regelmäßig eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge ein“
Eine gute Bewertung sollte dabei nicht allein auf dem Wort „selbstständig“ beruhen. Entscheidend ist, ob die Selbstständigkeit mit konkreten Leistungen und erfolgreichen Ergebnissen verbunden wird.
Formulierungen für Führungskräfte und leitende Mitarbeiter
Bei Führungskräften kommen zusätzliche Bewertungskriterien hinzu. Neben der persönlichen Leistung können insbesondere Führungsverhalten, Mitarbeiterführung, Entscheidungsfähigkeit, Delegation, Kommunikationsstärke und Zielerreichung relevant sein.
Mögliche Formulierungen sind:
- „führte sein Team stets zielorientiert und souverän“
- „verstand es, Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern“
- „traf auch in komplexen Situationen sichere Entscheidungen“
- „delegierte Aufgaben zielgerichtet und verantwortungsvoll“
- „erreichte die vereinbarten Unternehmens- und Bereichsziele erfolgreich“
Bei Führungskräften sollte ein Zeugnis außerdem berücksichtigen, wie die Person gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern auftrat.
Verhaltensbeurteilung: Formulierungen gegenüber Vorgesetzten und Kollegen
Die Verhaltensbeurteilung beschreibt die Zusammenarbeit mit anderen Personen im beruflichen Umfeld.
Typische Gruppen sind:
- Vorgesetzte
- Kollegen
- Kunden
- Geschäftspartner
- Mitarbeiter bei Führungskräften
Eine positive Formulierung kann beispielsweise lauten:
„Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich.“
Wichtig ist die Reihenfolge nicht isoliert als Geheimcode zu interpretieren. Entscheidend ist vor allem, ob alle für die Position relevanten Personengruppen angemessen berücksichtigt werden.
Warum ist die Verhaltensbeurteilung wichtig?
Weil fachliche Leistung und soziale Zusammenarbeit zwei unterschiedliche Bereiche sind. Ein Mitarbeiter kann fachlich ausgezeichnet sein und gleichzeitig Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit haben. Ein vollständiges Zeugnis sollte daher beide Dimensionen nachvollziehbar abbilden.
Formulierungen im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern
Bei kundenorientierten Tätigkeiten ist das Verhalten gegenüber Kunden und Geschäftspartnern besonders relevant.
Positive Aussagen können beispielsweise sein:
- „trat gegenüber Kunden stets freundlich und professionell auf“
- „war bei Kunden und Geschäftspartnern sehr geschätzt“
- „überzeugte durch sein stets souveränes und verbindliches Auftreten“
- „pflegte jederzeit einen professionellen Umgang mit Geschäftspartnern“
- „trug durch sein serviceorientiertes Auftreten wesentlich zur Kundenzufriedenheit bei“
Fehlt eine Bewertung des Kundenkontakts bei einer Position, bei der Kundenbetreuung einen wesentlichen Teil der Tätigkeit ausmacht, sollte man prüfen, ob das Zeugnis insgesamt vollständig ist.
Positive Arbeitszeugnis Formulierungen mit Beispielen
Positive Aussagen können unterschiedliche Aspekte abdecken.
| Bereich | Positives Beispiel |
|---|---|
| Motivation | „zeigte stets eine hohe Arbeitsmotivation“ |
| Fachwissen | „verfügte über umfassende Fachkenntnisse“ |
| Arbeitsweise | „arbeitete stets strukturiert und sorgfältig“ |
| Zuverlässigkeit | „war jederzeit äußerst zuverlässig“ |
| Belastbarkeit | „bewältigte auch hohe Arbeitsbelastungen sicher“ |
| Eigeninitiative | „zeigte jederzeit eine ausgeprägte Eigeninitiative“ |
| Teamarbeit | „arbeitete stets konstruktiv und vertrauensvoll im Team“ |
| Kundenkontakt | „trat gegenüber Kunden stets professionell und freundlich auf“ |
| Führung | „führte seine Mitarbeiter zielorientiert und motivierend“ |
| Arbeitserfolg | „erzielte stets sehr gute Arbeitsergebnisse“ |
Dabei sollte eine gute Formulierung zur tatsächlichen Tätigkeit passen. Ein Zeugnis wirkt nicht automatisch hochwertiger, wenn möglichst viele Superlative hineingeschrieben werden.
Kritische Formulierungen im Arbeitszeugnis erkennen
Kritische Aussagen sind nicht immer offensichtlich negativ. Manche Formulierungen bleiben sprachlich freundlich, liefern aber weniger konkrete Informationen als erwartet.
Achten sollte man beispielsweise auf:
- auffällig schwache Leistungsbewertungen
- fehlende Aussagen zu wichtigen Leistungsmerkmalen
- widersprüchliche Aussagen
- starke Abweichungen zwischen Einzelbewertungen und Gesamtbewertung
- ungewöhnlich allgemeine Aussagen
- fehlende relevante Tätigkeiten
- Aussagen, die Einsatz beschreiben, aber Erfolg nicht bestätigen
Ist jede fehlende positive Formulierung automatisch negativ?
Nein. Ein Zeugnis muss nicht jedes denkbare positive Merkmal erwähnen. Entscheidend ist, welche Eigenschaften für die konkrete Position wesentlich waren und ob das Gesamtzeugnis schlüssig und vollständig ist.
Arbeitszeugnis Geheimcode: Was bedeuten typische Formulierungen?
Der Begriff Geheimcode im Arbeitszeugnis ist im Internet sehr verbreitet. Er kann allerdings einen falschen Eindruck vermitteln.
Es gibt eine etablierte deutsche Zeugnissprache, in der bestimmte Formulierungen traditionell mit bestimmten Leistungsbewertungen verbunden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Arbeitgeber gesetzlich eine geheime Notensprache verwenden dürfen.
§ 109 Abs. 2 GewO verlangt ausdrücklich eine klare und verständliche Formulierung und verbietet Merkmale oder Formulierungen, deren Zweck darin liegt, eine andere Aussage über den Arbeitnehmer zu vermitteln, als sich aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ergibt.
Daher sollte man zwischen zwei Dingen unterscheiden:
Konventionelle Formulierung:
Eine häufig verwendete Wendung kann in der Praxis eine bestimmte Leistungsstufe signalisieren.
Versteckte Botschaft:
Eine absichtlich verschlüsselte Aussage, die dem Arbeitnehmer einen Nachteil zufügen soll, ist rechtlich problematisch.
Mehr Informationen zur richtigen Auswahl und Versorgung finden Sie in unserem Ratgeber über ALDI TALK Störung
Welche typischen Aussagen werden häufig als kritisch betrachtet?
Besonders bekannt sind Formulierungen wie:
- „war stets bemüht“
- „zeigte Verständnis für seine Aufgaben“
- „im Rahmen seiner Möglichkeiten“
- „erledigte die ihm übertragenen Aufgaben“
- „hat sich den Anforderungen gestellt“
Solche Formulierungen müssen allerdings immer im Kontext gelesen werden. Nicht jede ungewöhnliche Formulierung ist automatisch ein Geheimcode.
„Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ und andere bekannte Formulierungen
Die Zufriedenheitsformel gehört zu den bekanntesten Bestandteilen der deutschen Zeugnissprache.
Häufig wird folgende Abstufung verwendet:
Sehr gut:
„stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
Gut:
„stets zu unserer vollen Zufriedenheit“
Befriedigend:
„zu unserer vollen Zufriedenheit“
Ausreichend:
„zu unserer Zufriedenheit“
Schwächere Formulierungen können beispielsweise stärker auf das Bemühen als auf den erreichten Erfolg hinweisen.
Die IHK Regensburg führt entsprechende Beispiele für verschiedene Bewertungsstufen auf und erklärt, dass solche Formulierungen in der Praxis einer Notenskala zugeordnet werden können.
Ist „vollste Zufriedenheit“ gesetzlich eine Note 1?
Nein. Eine gesetzlich vorgeschriebene Übersetzung nach dem Muster „vollste Zufriedenheit = Note 1“ gibt es nicht. Es handelt sich um eine in der Praxis etablierte Interpretation von Zeugnisformulierungen.
Deshalb sollte die Gesamtnote nicht allein anhand dieses einen Satzes bestimmt werden.
„War stets bemüht“: Bedeutung und Einordnung
„War stets bemüht“ ist eine der bekanntesten Formulierungen aus Ratgebern zur Zeugnissprache.
Warum wird sie kritisch gesehen?
Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Bemühen und Ergebnis. Wenn ein Zeugnis lediglich beschreibt, dass jemand sich bemüht hat, wird damit nicht automatisch bestätigt, dass die gewünschten Ergebnisse erreicht wurden.
Vergleiche:
„Er war stets bemüht, die übertragenen Aufgaben erfolgreich zu erledigen.“
und
„Er erledigte die übertragenen Aufgaben stets erfolgreich und zu unserer vollen Zufriedenheit.“
Die zweite Formulierung beschreibt einen tatsächlichen Leistungserfolg deutlich konkreter.
Trotzdem sollte auch „war stets bemüht“ nicht isoliert als endgültige Note betrachtet werden. Entscheidend ist, welche weiteren Aussagen im Zeugnis folgen.
Fehlende oder abgeschwächte Formulierungen richtig bewerten
Nicht nur vorhandene Aussagen sind relevant. Auch Auslassungen können Fragen aufwerfen.
Beispielsweise kann bei einer Vertriebsposition die Kundenbetreuung eine zentrale Rolle spielen. Wenn das Zeugnis zahlreiche Leistungsmerkmale beschreibt, aber der wichtige Kundenkontakt überhaupt nicht erwähnt wird, sollte geprüft werden, ob die Tätigkeitsbeschreibung und Bewertung vollständig sind.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Auslassung automatisch eine negative Botschaft enthält.
Ein sinnvoller Prüfansatz lautet:
Welche Aufgaben waren für die Position besonders wichtig?
Welche Leistungen werden dazu beschrieben?
Passt die Leistungsbewertung zu den Einzelangaben?
Ist die Verhaltensbeurteilung vollständig genug?
Gibt es Widersprüche zwischen verschiedenen Abschnitten?
So lässt sich ein Zeugnis wesentlich zuverlässiger beurteilen als durch die Suche nach einzelnen „Codewörtern“.
Schlussformel im Arbeitszeugnis: Dank, Bedauern und Zukunftswünsche
Die Schlussformel steht normalerweise am Ende des Zeugnisses. Häufig enthält sie:
- Dank für die Zusammenarbeit
- Bedauern über das Ausscheiden
- Wünsche für die berufliche Zukunft
- gegebenenfalls Wünsche für die persönliche Zukunft
Ein Beispiel für eine positive Schlussformel wäre:
„Wir bedanken uns für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
Wichtig ist jedoch die rechtliche Besonderheit: Ein Arbeitnehmer hat nicht automatisch einen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber Dank, Bedauern und gute Wünsche in die Schlussformel aufnimmt. Das Bundesarbeitsgericht hat klargestellt, dass ein solcher Schlusssatz grundsätzlich nicht geschuldet ist.
Ist ein Arbeitszeugnis ohne Schlussformel automatisch schlecht?
Nein. Das Fehlen einer Schlussformel macht ein Zeugnis nicht automatisch rechtswidrig oder zu einem schlechten Zeugnis. Es kann bei der praktischen Interpretation trotzdem auffallen, insbesondere wenn der übrige Text sehr positiv formuliert ist.
Arbeitszeugnis Formulierungen bei Kündigung und Beendigung
Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kann im Zeugnis unterschiedlich dargestellt werden.
Mögliche Angaben betreffen beispielsweise:
- Ende des Arbeitsverhältnisses
- Kündigung durch den Arbeitnehmer
- betriebsbedingte Beendigung
- Ablauf eines befristeten Vertrags
- Aufhebungsvertrag
- berufliche Neuorientierung
Hier sollte besonders auf eine sachliche und widerspruchsfreie Darstellung geachtet werden.
Eine Formulierung muss nicht zwingend ausführlich erklären, warum ein Arbeitsverhältnis endet. Entscheidend ist, dass das Zeugnis keine unzulässigen oder irreführenden Aussagen enthält.
Zwischenzeugnis: Welche Formulierungen sind wichtig?
Ein Zwischenzeugnis wird während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Es kann beispielsweise relevant werden bei:
- Wechsel des Vorgesetzten
- interner Versetzung
- längerer Abwesenheit einer Führungskraft
- Umstrukturierung
- bevorstehender Veränderung der Aufgaben
- Bewerbungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens
Ein Zwischenzeugnis enthält typischerweise ebenfalls Tätigkeitsbeschreibung, Leistungsbeurteilung und Verhaltensbeurteilung.
Ein wichtiger praktischer Punkt: Da das Arbeitsverhältnis beim Zwischenzeugnis noch besteht, enthält es normalerweise keine klassische Beendigungsformel mit Ausscheidensgrund und Zukunftswünschen.
Arbeitszeugnis prüfen: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
Wer sein Zeugnis selbst prüfen möchte, kann systematisch vorgehen.
1. Persönliche Daten prüfen
Stimmen Name, Position, Beschäftigungszeitraum und sonstige grundlegende Angaben?
2. Tätigkeitsbeschreibung prüfen
Sind die wichtigsten Aufgaben, Verantwortungsbereiche und besonderen Tätigkeiten enthalten?
3. Leistungsbewertung prüfen
Werden Fachwissen, Arbeitsqualität, Motivation, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Arbeitserfolg angemessen beschrieben?
4. Verhaltensbewertung prüfen
Werden die relevanten Personengruppen berücksichtigt?
5. Gesamtbewertung prüfen
Passt die zusammenfassende Leistungsformel zu den Einzelbewertungen?
6. Schlussabschnitt prüfen
Ist die Beendigung sachlich beschrieben und passt die Schlussformel zum übrigen Zeugnis?
7. Widersprüche suchen
Stehen irgendwo Aussagen nebeneinander, die sich gegenseitig abschwächen oder widersprechen?
8. Vollständigkeit prüfen
Fehlen wesentliche Aufgaben oder für die Position besonders wichtige Leistungen?
Widersprüche und problematische Formulierungen erkennen
Ein Zeugnis sollte nicht nur aus einzelnen positiven Sätzen bestehen. Entscheidend ist die Konsistenz.
Ein Beispiel:
Die Einzelbewertung beschreibt eine außergewöhnlich hohe Leistungsfähigkeit. Die zusammenfassende Bewertung lautet dagegen nur „zu unserer Zufriedenheit“.
Hier entsteht eine erkennbare Spannung.
Ein anderes Beispiel:
Das Zeugnis beschreibt einen Mitarbeiter als ausgesprochen teamorientiert, erwähnt an anderer Stelle aber erhebliche Probleme in der Zusammenarbeit.
Solche Unterschiede müssen nicht automatisch einen Fehler darstellen. Sie sollten aber genauer betrachtet werden.
Warum sind Widersprüche wichtiger als einzelne Codewörter?
Weil die Aussage eines Zeugnisses aus mehreren Abschnitten entsteht. Eine isolierte Formulierung kann ohne Kontext falsch interpretiert werden.
Arbeitszeugnis korrigieren lassen: Rechte und Möglichkeiten
Wer Fehler in einem Arbeitszeugnis entdeckt, sollte zunächst konkret feststellen, was geändert werden soll.
Mögliche Punkte sind:
- falscher Beschäftigungszeitraum
- unvollständige Tätigkeitsbeschreibung
- sachlich falsche Angaben
- widersprüchliche Leistungsbewertung
- fehlerhafte Bezeichnung der Position
- unzutreffende Aussagen über Verhalten
- unpassende oder missverständliche Formulierungen
Sinnvoll ist es, konkrete Änderungsvorschläge zu formulieren, statt lediglich ein „besseres Zeugnis“ zu verlangen.
Bei einer gewünschten besseren Bewertung können zusätzlich Nachweise über überdurchschnittliche Leistungen relevant sein. Die IHK weist darauf hin, dass bei einer überdurchschnittlichen Bewertung grundsätzlich der Arbeitnehmer die entsprechenden Tatsachen darlegen und beweisen muss.
Kann ein Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis einfach nach Belieben formulieren?
Nein. Das Zeugnis muss insbesondere klar und verständlich sein. § 109 GewO setzt hierfür einen gesetzlichen Rahmen.
Häufige Fehler bei Arbeitszeugnissen
Zu den häufigen Problemen gehören:
- unvollständige Tätigkeitsbeschreibung
- falsche Daten
- widersprüchliche Bewertungen
- übertriebene oder unpassende Superlative
- fehlende Bewertung wichtiger Aufgaben
- unklare Aussagen
- eine Leistungsbewertung, die nicht zu den Einzelbewertungen passt
- problematische Formulierungen, die mehrdeutig wirken
- fehlende Abstimmung zwischen Tätigkeitsbeschreibung und Leistungsbeurteilung
Auch Arbeitgeber sollten vermeiden, einfach Textbausteine aus Vorlagen zu übernehmen. Eine gute Beurteilung sollte zur tatsächlichen Position, Verantwortung und Leistung des Mitarbeiters passen.
Arbeitszeugnis Formulierungen für verschiedene Berufssituationen
Die passende Bewertung hängt stark von der jeweiligen Position ab.
Berufseinsteiger
Bei Berufseinsteigern können Lernfähigkeit, Auffassungsgabe, Entwicklung, Engagement und Umgang mit neuen Aufgaben besonders relevant sein.
Fachkräfte
Bei erfahrenen Fachkräften stehen häufig Fachwissen, Arbeitsqualität, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Arbeitserfolg im Mittelpunkt.
Führungskräfte
Bei Führungskräften kommen Mitarbeiterführung, Delegation, Entscheidungsfähigkeit, Zielerreichung, Kommunikationsstärke und Führungsverhalten hinzu.
Vertriebsmitarbeiter
Hier können Kundenorientierung, Verhandlungsgeschick, Zielerreichung, Kommunikationsfähigkeit und Geschäftserfolg eine größere Rolle spielen.
Kundenservice
Bei kundenorientierten Tätigkeiten sind Servicequalität, Freundlichkeit, Kommunikationsfähigkeit und professionelles Auftreten besonders relevant.
Projektmitarbeiter
Bei Projektarbeit können Organisation, Eigeninitiative, Termintreue, Teamarbeit und Umgang mit komplexen Aufgaben wichtig sein.
Teilzeitkräfte
Auch bei Teilzeitbeschäftigten sollten Leistung und Verhalten entsprechend der tatsächlich übertragenen Aufgaben bewertet werden. Die Arbeitszeit allein ist kein Grund für eine schlechtere Leistungsbewertung.
Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit
Bei längerer Beschäftigungsdauer sollte die Tätigkeitsbeschreibung die wesentlichen Entwicklungen und Verantwortungsbereiche angemessen abbilden.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeuten typische Formulierungen im Arbeitszeugnis?
Typische Formulierungen können Hinweise auf die Bewertung von Leistung und Verhalten geben. Besonders bekannt ist die Zufriedenheitsformel. Die konkrete Einordnung sollte jedoch immer zusammen mit dem restlichen Zeugnis erfolgen.
Was bedeutet „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“?
Diese Formulierung wird in der etablierten deutschen Zeugnissprache üblicherweise als sehr gute Leistungsbewertung verstanden. Sie ist jedoch keine gesetzlich definierte „Note 1“.
Was bedeutet „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“?
Diese Wendung wird häufig als gute Leistungsbewertung eingeordnet. Auch hier kommt es auf den gesamten Kontext und weitere Aussagen im Zeugnis an.
Was bedeutet „zu unserer vollen Zufriedenheit“?
In der klassischen Zeugnissprache wird diese Formulierung häufig einer befriedigenden Bewertung zugeordnet. Die Formulierung allein sollte jedoch nicht als verbindliche Schulnote verstanden werden.
Was bedeutet „war stets bemüht“?
„War stets bemüht“ wird häufig kritisch interpretiert, weil damit vor allem das Bemühen und nicht eindeutig der erreichte Erfolg beschrieben wird. Die konkrete Bedeutung hängt vom vollständigen Satz und dem restlichen Zeugnis ab.
Gibt es einen offiziellen Geheimcode im Arbeitszeugnis?
Nein. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene geheime Notencodierung. Es gibt jedoch etablierte Formulierungen, die in der Praxis häufig bestimmten Bewertungsstufen zugeordnet werden. § 109 GewO verlangt gleichzeitig klare und verständliche Zeugnisse und verbietet gezielt versteckte Aussagen.
Ist eine fehlende Schlussformel automatisch ein schlechtes Zeichen?
Nein. Ein Arbeitgeber ist grundsätzlich nicht verpflichtet, das Zeugnis mit Dank, Bedauern und Zukunftswünschen abzuschließen. Das Fehlen kann bei der Gesamtbetrachtung auffallen, ist aber für sich allein kein Beweis für eine schlechte Bewertung.
Muss ein Arbeitszeugnis eine Schulnote enthalten?
Nein. Ein Arbeitszeugnis muss keine ausdrückliche Schulnote wie „Note 1“ oder „Note 2“ enthalten. Die Bewertung wird üblicherweise sprachlich ausgedrückt.
Was ist der Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis?
Ein einfaches Arbeitszeugnis enthält vor allem Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält zusätzlich Angaben zu Leistung und Verhalten. Diese Unterscheidung ergibt sich aus § 109 GewO.
Wie kann man ein Arbeitszeugnis selbst prüfen?
Am sinnvollsten ist eine Prüfung in mehreren Schritten: persönliche Daten, Tätigkeitsbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Fachwissen, Arbeitsweise, Verhalten, Gesamtaussage, Schlussabschnitt und mögliche Widersprüche.
Kann man ein fehlerhaftes Arbeitszeugnis korrigieren lassen?
Sachlich falsche oder unklare Angaben können grundsätzlich zum Anlass genommen werden, eine Berichtigung zu verlangen. Bei einer gewünschten besseren Leistungsbewertung können allerdings zusätzliche Nachweise erforderlich sein.
Welche Formulierungen sind für Arbeitgeber besonders wichtig?
Arbeitgeber sollten darauf achten, dass die Aussagen wahr, klar, verständlich, vollständig und widerspruchsfrei sind. Außerdem sollten die Formulierungen tatsächlich zur Tätigkeit und Leistung der jeweiligen Person passen.
Fazit
Wer ein Arbeitszeugnis verstehen möchte, sollte nicht nach einem einzigen „Geheimwort“ suchen. Aussagekräftiger ist die Kombination aus Tätigkeitsbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Fachwissen, Arbeitsweise, Engagement, Zuverlässigkeit, Verhalten und Schlussabschnitt.
Die bekannte Zeugnissprache kann dabei eine praktische Orientierung bieten. Formulierungen wie „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ werden in der Praxis häufig bestimmten Leistungsstufen zugeordnet. Eine gesetzlich verbindliche Notenübersetzung gibt es jedoch nicht.
Gleichzeitig setzt § 109 GewO klare Grenzen: Ein Zeugnis muss verständlich sein und darf keine bewusst versteckten Aussagen enthalten.
Wer sein eigenes Zeugnis bewertet, sollte deshalb immer das Gesamtbild betrachten. Eine einzelne Formulierung kann interessant sein, aber erst das Zusammenspiel aller relevanten Aussagen zeigt, wie das Zeugnis tatsächlich einzuordnen ist.
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